Eichenprozessionsspinner bekämpfen in Berlin
Die Brennhaare der Raupen reizen Haut, Augen und Atemwege. Im Frühjahr behandeln wir befallene Eichen mit Nematoden, bevor die Raupen Brennhaare bilden. Im Sommer saugen wir Raupen und Nester in voller Schutzausrüstung ab.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind mehr als ein Ärgernis. Ihre Brennhaare lösen Hautausschlag, Augenreizungen und Atembeschwerden aus. Wir gehen auf zwei Wegen dagegen vor: Im Frühjahr behandeln wir befallene Eichen, solange die Raupen noch klein sind. Im Sommer saugen wir Raupen und Nester ab.
Warum die Raupen gefährlich sind
Ab dem dritten Larvenstadium, je nach Witterung meist ab Mitte Mai, bilden die Raupen feine Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Die Haare brechen leicht ab und werden vom Wind weitergetragen. Auf der Haut, in den Augen und in den Atemwegen können sie heftige Reaktionen auslösen, in schweren Fällen bis zum allergischen Schock.
In Häutungsresten und alten Nestern bleiben die Brennhaare über Jahre wirksam. Deshalb sollten auch leere Nester aus dem Vorjahr entfernt werden.

Nester absaugen, wenn der Befall da ist
Sobald die Gespinste zu sehen sind, saugen wir Raupen, Gespinste und alte Nester mit einem Spezialsauger ab. Je nach Höhe und Lage arbeiten wir von unserer eigenen Hubarbeitsbühne direkt in der Krone oder mit einem Teleskoprohr vom Boden aus.
- Arbeit in Schutzanzug, Atemschutz und Handschuhen
- Absperrung des Arbeitsbereichs während der Arbeiten
- Fachgerechte Entsorgung des abgesaugten Materials
Abflammen oder Abspritzen mit Wasser kommen für uns nicht in Frage, weil sich die Brennhaare dabei nur weiter verteilen.

Nematoden gegen junge Raupen
Im Frühjahr sprühen wir Nematoden in die Krone befallener Eichen. Diese winzigen Fadenwürmer dringen in die jungen Raupen ein und töten sie ab. Das wirkt nur, solange die Raupen im ersten und zweiten Stadium sind, also bevor sie Brennhaare bilden.
Das Zeitfenster ist kurz: Es beginnt, wenn die meisten Raupen geschlüpft sind, meist ab Mitte April, und endet je nach Jahr im Mai. Wir behandeln abends, wenn es windarm und trocken ist und auch in den zwei Stunden danach trocken und mindestens 8 °C warm bleibt. Nach 10 bis 14 Tagen folgt ein zweiter Durchgang. Die genauen Termine legen wir deshalb kurzfristig nach dem Wetter fest.

Die Nematoden bringen wir mit einer Sprühkanone an unserem Traktor aus. Jeder Baum muss deshalb mit dem Traktor erreichbar sein. Das Verfahren ist deshalb vor allem für viele Einzelbäume und Baumreihen gedacht, etwa auf Wohnanlagen, Kita- und Schulgeländen oder in Parks.
Die Behandlung erfasst nicht alle Raupen, zum Beispiel keine, die sich gerade häuten. Wie gut sie wirkt, hängt stark von Zeitpunkt und Wetter ab. Sie kann auch andere Schmetterlingsraupen treffen, die zur selben Zeit in den Eichen fressen. Deshalb behandeln wir nur Eichen mit Befall. Nester, die sich trotzdem bilden, saugen wir ab dem Frühsommer ab. Alte Nester erfasst die Behandlung nicht, sie entfernen wir gesondert, am besten im Herbst oder Winter.
Zeitplan: vom Winter bis zum Falterflug
Wann welcher Schritt sinnvoll ist, hängt an der Entwicklung der Raupen. Die verschiebt sich je nach Wärme im Frühjahr von Jahr zu Jahr um mehrere Wochen.
- August bis April: Die Eier überwintern in der Krone, die jungen Raupen sind darin schon fertig entwickelt.
- Dezember bis Februar: Behandlung im Frühjahr planen und beauftragen. Die Nematoden müssen einige Wochen im Voraus bestellt werden.
- April bis Mai: Die jungen Raupen schlüpfen und haben noch keine Brennhaare. Sobald die meisten geschlüpft sind, meist ab Mitte April, behandeln wir befallene Eichen mit Nematoden, zweimal im Abstand von 10 bis 14 Tagen.
- Ab Mitte bis Ende Mai, je nach Jahr: Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen Brennhaare.
- Ende Mai bis Juli: Die Raupen sitzen tagsüber in Nestern am Stamm und verpuppen sich dort. Jetzt saugen wir Raupen und Nester ab.
- Mitte Juli bis Ende August: Je nach Jahr fliegen die Falter ab Mitte bis Ende Juli und legen ihre Eier ab.
- Das ganze Jahr: Alte Nester bleiben gefährlich. Leere Nester entfernen wir am besten im Herbst oder Winter.
Einen neuen Befall im nächsten Jahr verhindert keine der beiden Methoden sicher. Befallene Eichen sollten deshalb jedes Jahr kontrolliert werden, zum Beispiel im Rahmen der regelmäßigen Baumkontrolle.
Für Hausverwaltungen, Kitas und Kommunen
Stehen viele Eichen auf Wohnanlagen, Kita-Außengeländen, Schulhöfen oder in Parks und war der Befall schon im Vorjahr stark, kann die Behandlung im Frühjahr sinnvoll sein. Das Pflanzenschutzamt Berlin nennt die Behandlung junger Raupen, auch mit Nematoden, als Möglichkeit für sehr stark betroffene Bereiche. Die Befallsstärke schätzt es anhand dieser Anhaltspunkte ein:
- mehr als fünf tennisballgroße Nester unter den ersten Astgabeln je zehn Bäume,
- mindestens ein Nest größer als ein Fußball je zehn Bäume
- oder intensive Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner im Vorjahr.
Entscheidend ist außerdem, wie viele Menschen sich dort wie lange aufhalten. Grundlage ist deshalb eine Aufnahme des Befalls im Vorjahr, etwa im Rahmen der Baumkontrolle. Bei leichtem Befall genügt in aller Regel das Absaugen. Die Behandlung im Frühjahr planen Sie am besten im Winter, denn die Nematoden müssen einige Wochen im Voraus bestellt werden. Anfragen nehmen wir jederzeit entgegen.
Diese Angaben brauchen wir für Ihr Angebot
- Standort, bei mehreren Flächen eine Liste oder ein Lageplan
- Anzahl der Eichen, wenn möglich mit ungefährer Höhe
- Zufahrt: Kommt ein Traktor bis an die Bäume? Tore, Durchfahrtsbreite, Untergrund
- Befall im Vorjahr: ungefähre Zahl und Größe der Nester, und ob abgesaugt wurde
- Nutzung der Fläche, etwa Kita-Außengelände, Spielplatz, Wohnhof oder Schulhof
- Gewässer oder Schutzgebiete in der Nähe
- Zugang am Abend: Wer schließt auf, wen erreichen wir vor Ort?
- Fotos der Bäume und der Zufahrt, falls vorhanden
Wer ist zuständig?
In Berlin sind auf privaten Grundstücken die Eigentümer und Nutzer zuständig, auf öffentlichen Flächen die Straßen- und Grünflächenämter der Bezirke. Gefährdet ein Befall die Gesundheit der Bevölkerung, kann das Bezirksamt Eigentümer auffordern, die Nester entfernen zu lassen. In Brandenburg sind vor allem die Kommunen und Straßenbaulastträger zuständig.
Das Pflanzenschutzamt Berlin führt uns in seiner Liste der Betriebe mit Erfahrung in der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners, im Bereich mechanische Nesterbeseitigung.
Befall entdeckt?
Halten Sie Abstand, fassen Sie Raupen und Nester nicht an und versuchen Sie nicht, sie selbst zu entfernen. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns: Wir sehen uns den Befall an und machen Ihnen ein Festangebot.
Häufige Fragen
Darf ich Nester des Eichenprozessionsspinners selbst entfernen?
Davon rät die Berliner Gesundheitsverwaltung ausdrücklich ab, auch im eigenen Garten. Ohne Schutzausrüstung und Spezialsauger werden beim Entfernen viele Brennhaare freigesetzt. Ein Haushaltsstaubsauger ist dafür ungeeignet.
Kann man den Brennhaaren vorbeugen?
Einen Befall verhindern kann man nicht. Man kann aber die jungen Raupen im Frühjahr bekämpfen, bevor sie Brennhaare bilden, meist von Mitte April bis in den Mai. Wir behandeln befallene Eichen dafür mit Nematoden. Befallene Eichen sollten trotzdem jedes Jahr kontrolliert werden.
Ersetzt die Behandlung im Frühjahr das Absaugen?
Nein. Sie setzt früher an, bevor Brennhaare entstehen, erfasst aber nicht alle Raupen. Nester, die sich trotzdem bilden, und alte Nester mit Brennhaaren müssen weiterhin abgesaugt werden. Bei starkem Befall kann die Behandlung über mehrere Jahre nötig sein.
Trifft die Behandlung mit Nematoden auch andere Tiere?
Die Nematoden können auch andere Schmetterlingsraupen abtöten, die zur selben Zeit in den Eichen fressen. Deshalb behandeln wir nur Eichen mit Befall.
Wann ist die beste Zeit, die Nester zu entfernen?
Sobald die Gespinste zu sehen sind, meist ab Ende Mai oder im Juni, und bevor im Juli die Falter schlüpfen. Alte Nester sollten ebenfalls entfernt werden, weil ihre Brennhaare über Jahre wirksam bleiben.
Was kostet die Bekämpfung?
Das hängt von der Zahl der Bäume und Nester, ihrer Höhe und der Zugänglichkeit ab. Nach einer Besichtigung erhalten Sie ein Festangebot.
Wer ist zuständig, wenn der Baum auf öffentlichem Grund steht?
In Berlin das Straßen- und Grünflächenamt des jeweiligen Bezirks. Dort können Sie den Befall melden.
Sprechen wir über Ihren Baumbestand.
Ob einzelner Gefahrenbaum oder ganzes Portfolio: Wir verschaffen uns ein genaues Bild und machen Ihnen ein verbindliches Festangebot.
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